Arbeitsweise · KI-Workflows

Beleg statt Haken

Wie in meinen Projekten entwickelt wird: sieben Stationen, jede mit einer Abnahme — und jede Abnahme verlangt einen Nachweis, kein Häkchen. Der Ablauf ist in wiederverwendbare Skills gegossen, damit er nicht bei jedem Projekt neu verhandelt wird.

Ein Haken setzt sich selbst. Ein Beleg muss existieren.

Eine Station gilt erst als verlassen, wenn etwas vorzeigbar ist: ein Commit-Kürzel, eine Testausgabe, ein Dateipfad, eine URL, ein Satz von mir. Überzeugung ist eine Schätzung, und Schätzungen überleben in Statusdateien beliebig lange.

Product Manager Datenmodellierer Architekt Entwickler Prüfer UX / UI Product Manager Vertrag Modell Plan Diff Bericht geprüft 1Auftrag Entscheidung 2Datenmodell Entscheidung 3Plan Entscheidung 4Bauen maschinell 5Prüfen maschinell 6Vorschau Augenschein 7aFreigabe 7bLive erst frei, dann live Befund trifft den Plan nächste Änderung beginnt wieder beim Plan
kräftiger Rahmen = nur ich gebe frei Die Pfeilbeschriftung nennt, was weitergereicht wird. Station anklicken führt zum Detail.

Die sieben Stationen

Über jeder Station steht die Persona — die Rolle, aus der heraus gearbeitet wird. Sie entscheidet, was an dieser Stelle eine gute Antwort ist: Der Product Manager fragt nach dem Problem, der Prüfer nach der Fundstelle, die UX-Rolle danach, ob der Ablauf durchgeht. Dieselbe Person, sieben Blickwinkel. Eine Persona ist damit eine Sicht, keine eigene Instanz. Getrennt sind dagegen Umsetzung und Prüfung: dafür sind zwei Agenten vorgesehen, und wer gebaut hat, prüft nicht. Nicht alle Stationen laufen immer — bei einem Wegwerf-Werkzeug fallen mehrere weg. Die Spalte läuft, wenn entscheidet. Rückwärts ist erlaubt: Findet die Prüfung etwas, das den Plan trifft, wird das Plan-Gate ungültig und muss neu gesetzt werden.

Auftrag

Product Manager dev-basics läuft immer

Was passiert

Ein kurzes Interview klärt Problem, Nutzer, Datenmengen, Lebensdauer und Umgebung. Daraus entsteht PROJEKT.md — der Vertrag, an dem alle Entscheidungen hängen, samt einer ausdrücklichen Liste dessen, was nicht gebaut wird.

Kein Feature ohne Problem dahinter. Wer die Nichtziele nicht benennen kann, hat den Auftrag noch nicht verstanden.

Datenmodell

Datenmodellierer dev-datenbank wenn Herkunft, Historie oder Beziehungen es rechtfertigen

Was passiert

Die Grundentscheidung über die Datenhaltung — JSON-Datei, SQLite, Postgres oder Graph — fällt bereits in Station 1, per Entscheidungsbaum in dev-basics. Hier geht es eine Ebene tiefer: ein Datenmodell mit Feldnamen, Typen und Einheiten. Geld in Cent, Datum nach ISO 8601, jedes Feld projektweit genau ein Name.

Ein Speicherort, nie zwei parallele Wahrheiten. Die Mengenangabe ist Pflicht, weil sie die Entscheidung trägt.

Die Station läuft nicht, sobald ein Projekt irgendwelche Daten hält — für eine JSON-Datei reicht Station 1. Sie kommt hinzu, wenn Herkunft, zeitliche Gültigkeit, Beziehungen oder eine Migration im Spiel sind.

Plan

Architekt Plan Mode läuft immer

Was passiert

Vor der Implementierung steht auf dem Papier, was entstehen soll: Ziel, betroffene Bereiche, Schnittstellen, Prüfschritte und die noch offenen Entscheidungen. Ich lese, streiche, ergänze — erst danach wird geschrieben.

Der billigste Eingriff im ganzen Ablauf. Ein Plan lässt sich in dreißig Sekunden korrigieren; dieselbe Korrektur nach der Umsetzung ist ein Rückbau.

Bauen

Entwickler fünfzehn Coderegeln läuft immer

Was passiert

Umsetzung in kleinen Schritten, gegen einen festen Regelsatz: keine Werte hart im Code, Kopfkommentar in jeder Datei, eine Funktion pro Aufgabe, ein Zustand mit genau einem Besitzer, Gestaltungswerte nur als Tokens.

Arbeiten mehrere Stränge parallel, gilt: erst der Vertrag, dann die Parallelität — und jeder Strang schreibt ausschließlich in seinem eigenen Bereich.

Prüfen

Prüfer dev-qa-stresstest läuft immer

Was passiert

Ein Prüfstand mit sechs Kernrunden — Logik, Hardcoding, Architektur, Datenhaltung, Fehlerbehandlung, Styling — und neun zuschaltbaren, die nur bei erfüllter Bedingung laufen. Jeder Befund nennt Fundstelle, Grund und den kleinsten sinnvollen Fix.

Eine eigene Runde sucht Drift: Stellen, die einzeln richtig sind, aber nicht mehr dasselbe sagen. Ihr Ergebnis ist ein Prüfskript im Projekt, kein Absatz im Bericht.

Vorschau

UX / UI kein eigener Skill wenn es etwas zu sehen gibt

Was passiert

Der echte Ablauf wird durchgeklickt: Eingabe machen, absenden, nachsehen, ob das Ergebnis dort ankommt, wo es hingehört — in der Anzeige und im Datenspeicher.

Nicht der Screenshot zählt, sondern der Ablauf. Ein Bild beweist, dass etwas gerendert wurde, nicht dass es funktioniert.

Freigabe

Product Manager kein eigener Skill vor Merge oder Veröffentlichung in Produktion

Was passiert

Ich sehe mir die geprüfte Vorschau an und gebe sie frei — bevor etwas zusammengeführt oder in Produktion gestellt wird. Eine Vorschau-Bereitstellung ist selbst schon ein Deployment; sie gehört zu Station 6 und nicht hierher.

Eine Freigabe nach dem Merge ist keine Freigabe, sondern eine Kenntnisnahme. Und wird nach der Freigabe noch etwas geändert, ist sie verbraucht.

Veröffentlichen

Product Manager kein eigener Skill wenn das Ergebnis den Rechner verlässt

Was passiert

Merge oder Deployment. Was „veröffentlichen" im jeweiligen Projekt heißt, steht in PROJEKT.md — mal ein Push ins Repo, mal ein Deployment, mal gar nichts, weil das Ergebnis lokal bleibt.

Danach wird die live gegangene Fassung geöffnet. Station 6 prüft den Bau; hier wird geprüft, ob das Ausliefern selbst funktioniert hat — zwei verschiedene Fragen.

Drei Sorten Abnahme

Nicht jedes Gate darf dieselbe Instanz setzen. Die Trennung ist der Punkt, an dem das Verfahren steht oder fällt.

SorteBelegWer setzt es
MaschinellAusgabe eines Laufs — Tests grün, Build durch, Prüfskript ohne Fehlerder Agent, sofern der Lauf tatsächlich stattgefunden hat
AugenscheinBeschreibung dessen, was gesehen wurde, plus Pfad oder URLder Agent, wenn er es selbst geöffnet hat — sonst ich
Entscheidungein Satz von mir, wörtlich in PROJEKT.mdnur ich. Nie der Agent, auch nicht sinngemäß

Nicht jeder Beleg wiegt gleich viel

Ein zweiter Prüflauf desselben Modells ist der schwächste Nachweis, den es gibt — gleiches Modell, gleiche blinden Flecken. Er senkt die Chance, dass der Autor seine eigenen Annahmen bestätigt; Unabhängigkeit schafft er nicht.

BelegStärke
Test, der vorher rot war und jetzt grün iststark
Mensch, der den Ablauf durchgeklickt hatstark
laufende Vorschau, geöffnet und gesehenmittel
zweiter Prüflauf desselben Modellsschwach

Wo der Stand steht

In PROJEKT.md, nicht in einer eigenen Statusdatei. Ein zusätzlicher Ort ist ein zusätzlicher Ort, der veraltet. Die Tabelle wird beim Aufruf zuerst gelesen — steht dort etwas, wird nicht neu interviewt, sondern fortgesetzt.

Beispiel, kein laufendes Projekt
StationStandBeleg
1 Auftrag✓ 14.09.„Ich will sehen, welche Wohnung wie viel kostet" — §Problem
2 Datenmodell✓ 14.09.docs/datenmodell.md, 4 Objekte · ~600 Buchungen im Jahr
3 Plan✓ 15.09.Commit-Kürzel des Plan-Stands
4 Bauenläuft—

Was das Verfahren nicht leistet

Ein Skill ist Text. Er kann einen Beleg verlangen, aber kein Werkzeug daran hindern, ohne ihn weiterzumachen. Harte Schranken liegen außerhalb: ein Prüfskript im Projekt und Branch-Schutz im Repo. Der Ablauf führt, die Technik sperrt.

Und sieben abgehakte Stationen bedeuten, dass ein Verfahren eingehalten wurde — nicht, dass das Ergebnis gut ist. Bei einer Änderung von zwanzig Zeilen kostet der Durchlauf mehr, als er sichert; dann geht es direkt in die Prüfung.